Geschäft im Fokus #11 – Voodoo Jumper von Schäfer: Ein leuchtender Schriftzug, rot-gelbe Ausleger, aufwendig bemalte Dschungelkulissen und eindrucksvolle Effekte: Der Voodoo Jumper hat auf dem Rummel einen hohen Wiedererkennungswert. Im Mittelpunkt steht aber die Fahrt selbst. Hängende Zweiergondeln bewegen sich im Kreis und werden dabei in schneller Folge auf und ab geführt. Das macht das Fahrgefühl ungewöhnlich, obwohl der Betreiber ausdrücklich darauf hinweist: Überschläge gibt es hier nicht.
Schausteller und Herkunft
Der Voodoo Jumper gehört zum Betrieb Hans Otto Schäfer jun. aus Schwerte. Der italienische Hersteller Fabbri baute die Anlage als Smashing Jump. Ride-Index dokumentiert das Baujahr 2012 und die Premiere auf dem Sommersend in Münster im Juni 2012. Für die Geschichte ist diese Unterscheidung wichtig: Der Voodoo Jumper ist ein eigenes Fahrgeschäft. Technische Daten des ebenfalls mit dem Namen Schäfer verbundenen Shake & Roll gehören deshalb nicht in diesen Steckbrief.
So fährt sich der Voodoo Jumper
Anders als bei einem gewöhnlichen Karussell ist die Drehbewegung nur ein Teil des Fahrerlebnisses. Die hängenden, sich selbst drehenden Gondeln laufen auf einer Kreisbahn. Gleichzeitig bewegen sich die Ausleger rasch nach oben und unten. Aus dieser Kombination ergeben sich überraschende Wechsel zwischen Anheben, Absenken und Drehung. Der Betreiber spricht von einem Freifalleffekt und bietet unterschiedliche Programme an, damit die Fahrt nicht immer gleich abläuft.
Gerade für alle, die das Geschäft nur von außen kennen, ist ein Punkt wichtig: Der Voodoo Jumper dreht die Gäste nicht über Kopf. Die Dynamik entsteht durch die schnellen Hubbewegungen und die Eigendrehung der Gondeln, nicht durch Loopings.
Technischer Steckbrief: Gondeln, Höhe und Maße
Laut Ride-Index besitzt das Geschäft 12 Gondeln mit jeweils zwei Plätzen. Daraus ergeben sich 24 Fahrgastplätze pro Fahrt. Die offizielle Betreiberseite nennt eine Frontbreite von 22 Metern, 20 Meter Tiefe, 9,65 Meter Höhe und einen Anschlusswert von 200 kW. Nach Absprache kann die Anlage laut Betreiber alternativ mit 18 Metern Durchmesser aufgestellt werden.
Bei der Frontbreite gibt es eine kleine Abweichung zwischen den Quellen: Ride-Index führt 21 Meter, während der Betreiber 22 Meter nennt. Für unsere Veröffentlichung ist die Betreiberangabe maßgeblich. Das bedeutet nicht, dass die alternative Aufstellvariante automatisch 18 Meter Frontbreite besitzt; diese Angabe bezieht sich ausdrücklich auf den Durchmesser der Sonderaufstellung.
24 Fahrprogramme und ein schräges Podium
Eine Besonderheit nennt die Betreiberseite ausdrücklich: Der Voodoo Jumper verfügt über 24 verschiedene Fahrprogramme und ein schräges Podium. Das verändert die Wirkung der Bewegungen und unterstreicht das eigenständige Konzept gegenüber anderen Rundfahrgeschäften. Als weitere Merkmale nennt der Schausteller einen geräuschreduzierten Antrieb und eine vollständig mit LED ausgerüstete Beleuchtung.
Licht, Feuer und eine außergewöhnliche Kulisse
Schon beim Betrachten des Geschäfts fallen die intensive rot-gelbe Farbgebung, der Schriftzug und die bebilderten Rückwände auf. Die Voodoo- und Dschungelthematik ist kein zufälliges Dekor: Sie verbindet die Mechanik der schnellen Hubfahrt mit einer inszenierten Fantasiewelt. In Berichten über das Geschäft werden zusätzliche Feuer-, Nebel- und bei geeigneten Bedingungen auch Wassereffekte beschrieben. Die Gestaltung der Rückwand wurde laut einem aktuellen Oktoberfest-Bericht ursprünglich von einem Kunstmaler in Handarbeit ausgeführt und 2023 überarbeitet. Solche Details machen den Unterschied zwischen einer bloß beleuchteten Maschine und einem aufwendig präsentierten Kirmesgeschäft aus.
Wie schnell ist der Voodoo Jumper?
Die schnelle Bewegung sieht spektakulär aus. Trotzdem finden wir in den geprüften offiziellen Betreiberangaben und bei Ride-Index keine verlässliche Höchstgeschwindigkeit in km/h. Auch eine konkrete maximale Hubgeschwindigkeit oder G-Kraft wird dort nicht belastbar beziffert. Daher nennen wir bewusst keine Zahl, die sich nicht sauber nachprüfen lässt. Die belegten Angaben – Typ, Maße, Kapazität, Anschlussleistung und Fahrprogramme – sagen bereits viel über das Geschäft aus.
Auf Reise im Oktober 2026
Für den Bremer Freimarkt vom 16. Oktober bis zum 1. November 2026 wird der Voodoo Jumper aktuell auf der offiziellen Freimarkt-Seite als Attraktion geführt. Der Freimarkt ist damit für den Recherche-Stand 19. Oktober 2026 der aktuell bestätigte Veranstaltungsort. Zuvor wurde die Anlage für 2026 unter anderem auf der Cranger Kirmes in Herne, der Rheinkirmes Düsseldorf und auf dem Oktoberfest München gelistet.
In der zuvor veröffentlichten Herbsttour ist außerdem die Martinikirmes Dinslaken vom 6. bis 10. November 2026 als nächster Einsatz angekündigt. Tourankündigungen können sich ändern; die Angaben sind kein Live-Nachweis der tatsächlichen Aufstellung an jedem Veranstaltungstag.
Der Voodoo Jumper und die Schaustellerfamilie Schäfer
Der Name Schäfer ist mit mehreren Fahrgeschäften verbunden. Auch unser bereits veröffentlichter Hintergrundartikel über die Geschichte von Shake & Roll und Voodoo Jumper geht auf diese Verbindung ein. Dieses eigenständige Porträt behandelt dagegen ausschließlich den Voodoo Jumper und seine Technik. Wer die beiden Geschäfte vergleicht, muss beispielsweise aufpassen: Der Shake & Roll besitzt andere Gondeln und ein anderes Fahrprinzip; die Anlagen dürfen nicht unter einem gemeinsamen technischen Steckbrief zusammengefasst werden.
Unser Fazit
Der Voodoo Jumper verbindet ein eigenständiges Fabbri-Smashing-Jump-Fahrprinzip mit 12 frei drehenden Zweiergondeln, schnellen Hubbewegungen, 24 Fahrprogrammen und einer ausdrucksstarken Kulisse. Gerade ohne Loopings zeigt das Geschäft, wie abwechslungsreich ein Rundfahrgeschäft sein kann. Und die aufwendige Inszenierung sorgt dafür, dass der Voodoo Jumper auch abseits der eigentlichen Fahrt Aufmerksamkeit bekommt.
Jetzt interessiert uns eure Erfahrung: Seid ihr den Voodoo Jumper schon gefahren? Wie empfandet ihr die Auf-und-ab-Bewegungen?


