Geschäft im Fokus

Heidi The Coaster: 57 km/h, Powerlift und 430 Meter Achterbahn

4 Min. Lesezeit
Heidi The Coaster von Schneider bei Tageslicht: mobile Spinning-Achterbahn mit blau-grüner Schiene, Schriftzug „Verschärft!“ und Alpen-Thematisierung – Geschäft im Fokus bei FunFair Entertainment
Heidi The Coaster von Schneider bei Tageslicht: mobile Spinning-Achterbahn mit blau-grüner Schiene, Schriftzug „Verschärft!“ und Alpen-Thematisierung – Geschäft im Fokus bei FunFair Entertainment

Heidi The Coaster von Schneider im Porträt: 430 Meter Schiene, 57 km/h, 13 Meter Höhe, zehn Vierergondeln und der ungewöhnliche Powerlift seit 2019.

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Geschäft im Fokus #12 – Heidi The Coaster: Mitten im Gewirr aus blauen Schienen und weißen Stützen leuchtet an der Front ein Wort: „Verschärft!“. Die transportable Achterbahn der Schaustellerfamilie Schneider sieht schon von außen ungewöhnlich aus. Auf der Strecke geht es mit bis zu 57 km/h durch Kurven, während die Gondeln sich um ihre eigene Achse drehen. Ein weiterer Unterschied zu vielen klassischen mobilen Drehmäusen steckt gleich am Anfang: ein beschleunigter Powerlift. Für unser Geschäftsporträt haben wir die offiziellen Betreiberangaben, Ride-Index, einen Premierenbericht und den Tourplan 2026 abgeglichen.

Von der Premiere 2019 zum reisenden Spinning Coaster

Heidi – The Coaster wurde 2019 vom französischen Hersteller Reverchon gebaut. Die Anlage feierte am 21. September 2019 auf dem Münchner Oktoberfest Premiere. Mit der damals neuen Konstruktion setzte die Familie Schneider auf eine besondere Kombination: die bekannte frei rotierende Spinning-Gondel, einen schnellen Kettenlift und einen angepassten, kurvenreichen Streckenverlauf. Ein zeitgenössischer Premierenbericht in Kirmes & Park Revue beschreibt die Entwicklung ausführlich. Die Anlage wird unter der Schneider & Co. OHG auf Reise geführt; hinter dem Familienunternehmen stehen unter anderem Ewald Schneider und Christina Bruch-Schneider. Betreiberfirmen und persönliche Ansprechpartner sind dabei nicht zu verwechseln.

Die Technik – 430 Meter Strecke und 40 Plätze

Nach Angaben der Betreiber-Website und von Ride-Index misst die Fahrstrecke 430 Meter; die Bahn erreicht eine Höhe von 13 Metern. Ride-Index nennt für den Aufbau eine Grundfläche von rund 42 × 22 Metern. Insgesamt gehören zehn Vierergondeln zur Anlage. Damit ergeben sich 40 Sitzplätze im Wagenpark – das ist nicht mit einer bestätigten Personenzahl pro Stunde gleichzusetzen. Die Anschlussleistung beträgt laut Betreiber 150 kW. Die vier Plätze einer Gondel sind jeweils mit eigenen Sicherungsbügeln ausgestattet.

21 km/h im Lift – 57 km/h auf der Strecke

Einer der spannendsten Unterschiede lässt sich klar beziffern: Der Powerlift bringt die Wagen nach Betreiberangaben mit ungefähr 21 km/h auf die Höhe von 13 Metern. Das ist die Geschwindigkeit der Auffahrt – nicht die Höchstgeschwindigkeit des gesamten Fahrgeschäfts. Auf der eigentlichen Strecke nennt der Betreiber bis zu 57 km/h. Dazu kommen geneigte Kurven von bis zu 30 Grad. Es handelt sich bei dem Lift nicht um einen unabhängigen Abschuss wie bei einer Launch-Achterbahn, sondern um eine besonders schnelle Auffahrt mit Antriebstechnik.

Warum ist jede Runde etwas anders?

Die Wagen sitzen nicht starr auf dem Fahrwerk, sondern können sich während der Fahrt um ihre Hochachse drehen. Dadurch erleben die Fahrgäste die Kurven, Abfahrten und Richtungswechsel aus ständig wechselnden Blickwinkeln. Wie stark eine Gondel rotiert, hängt unter anderem von der Belastungsverteilung und dem Verlauf der Kurven ab. Ein persönliches Soundsystem in jeder Gondel gehört laut Betreiber ebenfalls zum Konzept. Sensoren entlang der Strecke lösen nach dem Premierenbericht passende Audioeinspielungen aus. Nicht jede Fahrt muss daher identisch wirken.

Gestaltung: Alpenmotive statt Standard-Achterbahn

Zur Präsentation gehören rustikale Holzdetails, Alpen- und Hüttenmotive, Schilder, Figuren und ein ungewöhnlich gestalteter Bahnhofsbereich. Bei der Premiere 2019 kam die Gestaltung vom Atelier Ek. Für Besucher ist Heidi damit nicht nur eine technische Anlage aus Stahl: Der bewusst humorvolle Alpen-Look zieht sich vom Eingangsbereich bis zu den Wagen. Das auffällige Schild „Verschärft!“ ist auch auf unserem Foto gut zu erkennen. Gerade auf dem Festplatz macht diese Mischung aus Themenwelt, Powerlift und freier Gondeldrehung den Wiedererkennungswert aus.

Familie Schneider hinter Heidi

Auf der offiziellen Webseite stellt sich die Familie Schneider als Schaustellerbetrieb mit langer Volksfest-Erfahrung vor. Ewald Schneider und Christina Bruch-Schneider sind die Namen hinter dem Projekt. Auch die nächste Generation – Ewald jun., Victoria und Walter – ist nach Angaben der Familie bereits in die Unternehmensarbeit eingebunden. Neben Heidi wird auf der Webseite beispielsweise Hangover The Tower genannt. Dass Schneider mehrere bekannte Attraktionen betreibt, bedeutet aber nicht, dass technische Daten dieser Fahrgeschäfte untereinander austauschbar sind: Die hier genannten Zahlen beziehen sich ausschließlich auf Heidi The Coaster.

Wo steht Heidi im Oktober 2026?

Der öffentlich veröffentlichte Tourplan 2026 nennt nach der Cranger Kirmes im August und dem Münchner Oktoberfest im September/Oktober die Freiburger Herbstmess’ vom 16. bis 26. Oktober 2026. Für genau diese Veranstaltung führt auch die offizielle Attraktionskarte des Freiburger Veranstalters Heidi The Coaster in der Beschickung; dort wird der zugehörige Betrieb als Ewald Schneider Einzelunternehmen bezeichnet. Das widerspricht nicht zwingend der allgemeinen Außendarstellung als Schneider & Co. OHG, zeigt aber, warum man die Betreiberangaben je nach Quelle klar zuordnen sollte. Die Freiburger Herbstmess’ ist am 21. Oktober 2026 laut Veranstalter von 14 bis 22 Uhr geöffnet. Ein Blick auf die offiziell aktuellen Angaben ist vor der Anreise sinnvoll.

Unser Fazit: Tempo beginnt schon bergauf

Bei Heidi ist nicht nur die Höchstgeschwindigkeit interessant. 430 Meter Strecke, 13 Meter Höhe, ein schneller Powerlift und frei drehende Gondeln sorgen gemeinsam für den besonderen Charakter. Die Betreiberangaben machen außerdem die Unterschiede greifbar: 21 km/h im Lift sind eine andere Zahl als bis zu 57 km/h auf der Strecke. Seit der Premiere 2019 ist die Anlage ein gut wiedererkennbarer Teil der reisenden Achterbahnszene.

**Was meint ihr?** Macht euch bei Heidi der schnelle Powerlift mehr Spaß – oder die Drehbewegung der Gondeln?

Häufige Fragen zum Artikel

Wie schnell fährt Heidi The Coaster?

Laut Betreiber erreicht Heidi auf der Strecke bis zu 57 km/h. Der Powerlift befördert die Wagen mit rund 21 km/h auf 13 Meter Höhe.

Wie lang und wie hoch ist Heidi The Coaster?

Die mobile Achterbahn besitzt laut Betreiber und Ride-Index 430 Meter Schiene, erreicht 13 Meter Höhe und benötigt ungefähr 42 × 22 Meter Platz.

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