Geschäft im Fokus – Fischhaus Lichte aus Wanne-Eickel: Während auf der Kirmes Karussells ihre Runden drehen, gehören auch die kulinarischen Klassiker fest zum Festplatz. Bei Fischhaus Lichte geht es um Fischspezialitäten, einen markanten Verkaufswagen mit Wellenfassade und Leuchtturm – und um eine Familiengeschichte, die nach Angaben des Unternehmens mehr als 110 Jahre zurückreicht. Hinter dem Namen steht der Schaustellerbetrieb um Timo Lichte aus Herne-Wanne-Eickel.
Die Anfänge auf der Hauptstraße
Die offizielle Website des Fischhauses verortet die Anfänge am Beginn des 20. Jahrhunderts: Damals eröffneten die Urgroßeltern der Familie Lichte auf der heutigen Hauptstraße in Wanne-Eickel ein Fischgeschäft. Aus dem örtlichen Fischhandel entwickelte sich über die Jahrzehnte ein Betrieb, dessen Wagen auf Volksfesten in Nordrhein-Westfalen unterwegs sind.
Das bedeutet auch: Die Unternehmensgeschichte ist älter als die heutige Gestalt des Verkaufswagens. Ein konkretes Baujahr des auf dem Foto gezeigten Fischwagens oder des rot-weißen Leuchtturms lässt sich aus den geprüften Quellen nicht zuverlässig ableiten. Wir nennen deshalb bewusst keines.
Timo Lichte und die sechste Generation
Zum Familienunternehmen gehört Timo Lichte. Ein Interview mit ihm im Herner Stadtmagazin „inherne“ von 2022 beschreibt die Schaustellerfamilie als Betrieb in sechster Generation. Das ist eine lange Zeitspanne – gerade in einer Branche, in der Reisen, Auf- und Abbau und der Verkauf am jeweiligen Festplatz den Alltag bestimmen.
Der Betrieb ist eng mit Wanne-Eickel und der Cranger Kirmes verbunden. Dort war die Familie nicht nur mit traditionellen Fischwagen präsent, sondern zeitweise auch mit einem gastronomischen Konzept, das weit über den klassischen Verkaufstresen hinausging.
Das Sortiment: Backfisch, Kibbeling und Garnelen
Was bekommt man bei Fischhaus Lichte? Die offizielle Kommunikation der Cranger Kirmes nannte für den Fischwagen Backfisch, Kibbeling und gebackene Knuspergarnelen als Beispiele des Angebots. Dazu passen der maritime Auftritt des Geschäfts und der bekannte Leuchtturm über der Fassade. Die Fischspezialitäten bleiben der Kern des Konzepts.
Wichtig: Das sind dokumentierte Angebotsbeispiele und keine tagesaktuelle Speisekarte. Sorten, Beilagen, Preise und Verfügbarkeit können sich von Veranstaltung zu Veranstaltung ändern. Deshalb nennen wir keine aktuellen Preise, die wir nicht beim Betrieb verifiziert haben.
Ein Fischwagen, den man von Weitem erkennt
Auf dem für dieses Porträt verwendeten Foto fallen vor allem die blaue Wellenfassade, der große Schriftzug „Fischhaus Lichte“ und der rot-weiße Leuchtturm auf. Der Leuchtturm ist ein starkes Wiedererkennungsmerkmal – und macht schon aus der Entfernung deutlich, dass sich hier alles um Fisch dreht.
Diese Gestaltung hebt das Geschäft innerhalb einer Kirmesmeile von Imbissständen anderer Art ab. Zugleich passt sie zu einem Unternehmen, das seine Wurzeln in einem Fischgeschäft hat und die maritime Bildsprache konsequent weiterführt.
Vom Gourmetgarten zurück zum Kerngeschäft
Ein besonders interessanter Teil der Unternehmensgeschichte spielte sich auf der Cranger Kirmes ab. Dort betrieb die Familie ab 2003 den „Gourmetgarten“. Für dieses Konzept erhielt Wolfgang Lichte, Timos Vater, den ersten Schausteller-Award „Bester auf Crange“ für das Jahr 2008. Die Auszeichnung galt ausdrücklich dem damaligen Gourmetgarten, nicht dem heute abgebildeten Fischwagen.
2024 folgte eine Veränderung: Die Familie gab den Gourmetgarten auf. Laut einer Mitteilung der Cranger Kirmes war unter anderem der Weggang des Kochs Anfang 2024 Anlass, das Konzept neu zu überdenken. Statt den bisherigen Gastronomiebereich weiterzuführen, rückten die klassischen Fischwagen wieder in den Mittelpunkt. In Crange wurde der ehemalige Gourmetgarten-Standort an den neuen „M3 Cranger Treff“ übergeben.
Die Botschaft dieser Entwicklung ist interessant: Ein Traditionsbetrieb muss nicht immer größer werden. Manchmal bedeutet Weiterentwicklung, sich wieder auf das zu konzentrieren, wofür der eigene Familienname steht.
Wo findet man Fischhaus Lichte?
Der Betrieb beschreibt auf seiner Website seine Fischwagen als in Nordrhein-Westfalen unterwegs. Eine ältere Standortübersicht listet jedoch noch Termine aus 2022 und sogar Beispielmärkte. Sie ist damit kein zuverlässiger Tourplan für 2026. Wir verzichten in diesem Porträt auf konkrete aktuelle Kirmesstationen, die nicht mit frischen öffentlichen Veranstaltungs- oder Betreiberinformationen bestätigt sind.
Für weitere Informationen gibt es die offizielle Website fischhaus-lichte.de. Die Hauptdomain zeigt bei unserer Recherche allerdings eine Wartungsseite; die verlinkte Unterseite enthält teilweise ältere Angaben.
Unser Fazit: Tradition, Fisch und ein markantes Geschäft
Fischhaus Lichte verbindet über Generationen weitergegebenes Schaustellerwissen mit einem klaren kulinarischen Profil. Die Geschichte beginnt in Wanne-Eickel, führte über bekannte Kirmesplätze und zeitweise durch den Gourmetgarten – und richtet sich heute wieder besonders auf das traditionelle Fischwagengeschäft.
Seid ihr eher Team Backfisch oder Team Kibbeling? Und habt ihr euch bei Fischhaus Lichte schon etwas geholt? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare.


