Bonn-Pützchen –
Wenige Tage vor dem Start von Pützchens Markt 2026 hat die Bonner Polizei ihr Einsatzkonzept für die fünftägige Großkirmes veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen eine starke Polizeipräsenz, gemeinsame Fußstreifen mit dem kommunalen Ordnungsdienst, mobile Videobeobachtung, bereits im Vorfeld ausgesprochene Bereichsbetretungsverbote und das auf öffentlichen Veranstaltungen geltende Messertrageverbot.
Pützchens Markt findet 2026 von Freitag, 11. September, bis Dienstag, 15. September, statt. Die 657. Ausgabe endet traditionell am Dienstagabend mit dem Abschlussfeuerwerk. Das Marktgelände umfasst rund 80.000 Quadratmeter und gehört zu den größten Kirmesveranstaltungen im Rheinland.
Gerade bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung ist das Sicherheitskonzept ein wesentlicher Bestandteil der Organisation. Die Polizei Bonn setzt nach eigenen Angaben auf eine bewährte und an die aktuelle Lage angepasste Einsatzkonzeption. Einsatzleiterin Silke Gremmler, Leiterin der Polizeiwache Ramersdorf, betont, dass Besucherinnen und Besucher Pützchens Markt sicher und unbeschwert erleben sollen.
15 Personen dürfen das Marktgelände nicht betreten
Bereits im Vorfeld der Kirmes hat die Bonner Polizei Bereichsbetretungsverbote ausgesprochen.
Betroffen sind insgesamt 15 Personen, die in der Vergangenheit im Bereich der Gewaltkriminalität aufgefallen waren. Sie wurden in den vergangenen Wochen angeschrieben und darüber informiert, dass sie das Marktgelände während Pützchens Markt 2026 nicht betreten dürfen.
Bei einem Verstoß gegen die Anordnung wird nach Angaben der Polizei ein Zwangsgeld von 500 Euro fällig.
Solche Bereichsbetretungsverbote sind in Bonn rund um die Großkirmes nicht neu. Auch in den vergangenen Jahren hat die Polizei entsprechende Maßnahmen gegen Personen eingesetzt, von denen aus polizeilicher Sicht ein erhöhtes Risiko für Störungen oder Gewaltdelikte ausgehen könnte.
2025 waren nach damaligen Angaben 16 Personen bereits vor Veranstaltungsbeginn mit einem entsprechenden Verbot belegt worden. 2026 liegt die Zahl bei 15.
Die Polizei macht gleichzeitig deutlich, dass während der laufenden Kirmes bei Bedarf zusätzliche Maßnahmen möglich sind. Wer auf dem Gelände durch Straftaten, Gewalt oder wiederholte Störungen auffällt, muss damit rechnen, ebenfalls vom Markt ausgeschlossen zu werden.
Zwei Kameratürme an allen fünf Markttagen
Ein weiterer zentraler Bestandteil der Einsatzkonzeption ist die mobile Videobeobachtung.
Die Polizei Bonn setzt während aller fünf Veranstaltungstage zwei Kameratürme ein.
Der erste Turm wird auf dem zentralen Platz des Marktgeländes aufgestellt. Nach Angaben der Polizei kam es dort in der Vergangenheit besonders in den Abend- und Nachtstunden wiederholt zu Streitigkeiten und Körperverletzungsdelikten.
Der zweite Kameraturm steht 2026 auf dem Adelheidisplatz.
Damit verändert sich zumindest ein Teil der Kameraposition gegenüber einzelnen früheren Ausgaben. Die Videobeobachtung ist gezielt auf Bereiche ausgerichtet, an denen die Polizei aufgrund früherer Erfahrungen ein erhöhtes Einsatzaufkommen erwartet.
Die Maßnahme dient laut Polizei ausdrücklich der Verhinderung von Straftaten. Gleichzeitig sollen Einsatzkräfte dadurch schneller erkennen können, wenn sich Konflikte entwickeln oder größere Menschenansammlungen problematisch werden.
Gerade auf einem rund 80.000 Quadratmeter großen Veranstaltungsgelände können Kameratürme die Arbeit der Fußstreifen ergänzen. Sie ersetzen jedoch nicht die sichtbare Präsenz vor Ort.
Gemeinsame Fußstreifen auf dem gesamten Markt
Polizei und kommunaler Ordnungsdienst der Stadt Bonn werden auch 2026 gemeinsam auf dem Gelände unterwegs sein.
Die Fußstreifen sollen für Besucher jederzeit ansprechbar sein und gleichzeitig frühzeitig auf Konflikte oder Störungen reagieren können.
Das Konzept setzt damit nicht nur auf technische Überwachung, sondern ausdrücklich auch auf sichtbare Präsenz.
Die Polizei kündigt an, gegen Krawallmacher und Straftäter frühzeitig und konsequent einzuschreiten. Damit verfolgt sie denselben Grundsatz wie in den vergangenen Jahren: Konflikte sollen möglichst verhindert oder bereits in einer frühen Phase beendet werden.
Marktwache wieder in der Marktschule
Ein wichtiger organisatorischer Mittelpunkt ist erneut die Marktschule.
Die gemeinsame Marktwache von Polizei und Ordnungsamt befindet sich 2026 wieder in dem zur Von-Ketteler-Straße gelegenen Gebäudeteil.
Von dort aus werden Einsätze auf dem Markt koordiniert.
Zusätzlich richtet die Polizei im Polizeipräsidium eine eigene Befehlsstelle ein.
Die Marktschule spielt seit Jahren eine wichtige Rolle im Sicherheitskonzept von Pützchens Markt. Dort sind nicht nur Polizei und Ordnungsdienst präsent. Auch Feuerwehr, Rettungs- und Sanitätsdienst arbeiten im Umfeld der Veranstaltung eng mit den anderen Behörden zusammen.
Durch diese Bündelung entstehen kurze Kommunikationswege zwischen den verschiedenen Einsatzorganisationen.
Messerverbot auf dem gesamten Pützchens Markt
Auf dem gesamten Marktgelände gilt ein generelles Messertrageverbot.
Die Polizei verweist dabei auf die seit der Änderung des Waffengesetzes geltenden Regelungen für öffentliche Veranstaltungen.
Nach § 42 Waffengesetz ist auf öffentlichen Veranstaltungen neben dem Führen bestimmter Waffen auch das Führen von Messern grundsätzlich untersagt. Die Polizei Bonn kündigt für Pützchens Markt ausdrücklich Kontrollen an.
Für Besucher bedeutet das: Messer sollten gar nicht erst mit auf das Veranstaltungsgelände gebracht werden.
Das Verbot betrifft nicht nur offensichtlich als Waffen gedachte Messer. Die gesetzliche Regelung erfasst grundsätzlich Messer verschiedener Art, soweit keine gesetzlich vorgesehene Ausnahme greift.
Cannabiskonsum auf dem Gelände nicht erlaubt
Auch der Konsum von Cannabis ist auf Pützchens Markt untersagt.
Die Veranstaltungsinformationen weisen ausdrücklich darauf hin, dass auf dem gesamten Marktgelände aus Gründen des Jugendschutzes kein Cannabis konsumiert werden darf.
Der Hintergrund ist der besonders hohe Anteil von Familien, Kindern und Jugendlichen auf dem Volksfest.
Pützchens Markt beginnt bereits tagsüber und versteht sich ausdrücklich auch als Familienveranstaltung. Der Veranstalter legt deshalb Wert auf Regelungen, die dem Jugendschutz Rechnung tragen.
„Luisa ist hier“ erneut Teil des Sicherheitsangebots
Auch 2026 ist die Kampagne „Luisa ist hier“ wieder auf Pützchens Markt vertreten.
Das bekannte Hilfsangebot richtet sich an Menschen, die sich belästigt, bedrängt oder unsicher fühlen.
Wer in einer solchen Situation Hilfe benötigt, kann mit der Frage „Ist Luisa hier?“ diskret auf die eigene Lage aufmerksam machen.
Die angesprochenen Mitarbeitenden können anschließend Unterstützung organisieren, einen sicheren Bereich anbieten oder bei Bedarf weitere Hilfe hinzuziehen.
Auf einer großen Kirmes wie Pützchens Markt ergänzt das Angebot die klassischen Sicherheitsmaßnahmen von Polizei, Ordnungsdienst und Rettungskräften um eine niedrigschwellige Anlaufmöglichkeit.
80.000 Quadratmeter müssen abgesichert werden
Die Dimensionen von Pützchens Markt machen deutlich, warum der organisatorische Aufwand so groß ist.
Das Marktgelände umfasst nach Angaben von Polizei und Veranstalter rund 80.000 Quadratmeter.
Darauf verteilen sich Fahrgeschäfte, Laufgeschäfte, Gastronomie, Spielgeschäfte, Händler, Festzelte, Verkehrswege und große Besucherströme.
Ein Sicherheitskonzept muss deshalb weit mehr berücksichtigen als mögliche Straftaten. Dazu gehören Besucherlenkung, Rettungswege, Brandschutz, medizinische Versorgung, Verkehrsführung und die Möglichkeit, größere Menschenansammlungen frühzeitig zu erkennen.
Die mobile Videobeobachtung ist nur ein Baustein innerhalb dieses Gesamtpakets.
Zehn Platzneuheiten und zahlreiche Klassiker
Parallel zum Sicherheitskonzept laufen die letzten Vorbereitungen für die Kirmes selbst.
Pützchens Markt 2026 bringt zehn Platzneuheiten nach Bonn.
Zu den erstmals auf den Marktwiesen vertretenen Geschäften gehören unter anderem das Riesenrad Eyecatcher, Swing Up, Nightfly – No Gravity, Avenger Royal, Phantom und der Mission Impossible Tower.
Daneben kehren zahlreiche bekannte Klassiker zurück.
Damit verbindet der 657. Pützchens Markt erneut traditionelle Kirmesgeschäfte mit modernen Neuheiten.
Fünf Tage Programm bis zum Feuerwerk
Pützchens Markt startet am Freitag, 11. September.
Am Sonntag, 13. September, findet um 10 Uhr der Festgottesdienst auf dem Jahrmarkt statt.
Am selben Tag beginnt um 17.30 Uhr der Rheinische Abend in der Bayernfesthalle.
Für Montag, 14. September, ist erneut die Aktion „Pützchens Markt hilft“ vorgesehen. Menschen mit Beeinträchtigung aus sozialen Einrichtungen der Region erhalten dabei einen kostenfreien und betreuten Kirmesbesuch.
Ebenfalls am Montag findet der Radio-Bonn-Rhein-Sieg-Tag statt. An teilnehmenden Attraktionen gibt es mit dem richtigen Codewort vergünstigte Fahrchips.
Am Dienstag, 15. September, endet die Kirmes schließlich mit dem traditionellen Abschlussfeuerwerk um 22 Uhr.
Sicherheitskonzept ist Teil des normalen Großveranstaltungsbetriebs
Wichtig ist bei der Einordnung der aktuellen Polizeimeldung: Die umfangreichen Maßnahmen bedeuten nicht, dass für Pützchens Markt 2026 eine konkrete besondere Gefahrenlage gemeldet wurde.
Polizei und Stadt sprechen vielmehr von einem bewährten und lageangepassten Sicherheitskonzept.
Viele der Maßnahmen sind aus früheren Jahren bekannt und werden regelmäßig weiterentwickelt.
Dazu gehören gemeinsame Fußstreifen, Marktwache, Videobeobachtung und Bereichsbetretungsverbote.
Neu beziehungsweise besonders aktuell ist vor allem die konkrete Zahl von 15 bereits ausgeschlossenen Personen sowie die diesjährige Positionierung der beiden Kameratürme.
Aktueller Stand vor dem Kirmesstart
Damit ist das Sicherheitskonzept für Pützchens Markt 2026 wenige Tage vor dem Start klar umrissen.
15 Personen dürfen das Marktgelände bereits im Vorfeld nicht betreten.
Zwei Kameratürme überwachen ausgewählte Bereiche während aller fünf Markttage.
Polizei und Ordnungsdienst sind gemeinsam auf Fußstreifen unterwegs.
Die Marktwache befindet sich wieder in der Marktschule.
Auf dem gesamten Gelände gilt ein Messertrageverbot.
Cannabiskonsum ist ebenfalls untersagt.
Mit „Luisa ist hier“ steht zusätzlich ein niedrigschwelliges Hilfsangebot zur Verfügung.
Pützchens Markt startet am 11. September und endet am 15. September mit dem Abschlussfeuerwerk.
Für FunFair Entertainment ist dabei vor allem entscheidend, die Sicherheitsmaßnahmen sachlich einzuordnen: Sie sind Teil der Vorbereitung auf eine der größten Kirmessen im Rheinland und sollen dafür sorgen, dass Besucher das Volksfest möglichst sicher und unbeschwert erleben können.


